Gemeinschafts-Grundschule Am Reichenberg

Jahrgangsmischung

Konzept Jahrgangsübergreifendes Lernen 1 bis 4 in Anlehnung an Maria Montessori

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Jahrgangsübergreifendes Lernen 1 bis 4 in Anlehnung an Maria Montessori

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Häufig gestellte Fragen zur Jahrgangsmischung 1 - 4

1. Was ist der Vorteil einer Jahrgangsmischung von 1-4?

Wir wollen jedes Kind da abholen, wo es steht und so individuelle Lernschritte ermöglichen. Unser Ziel ist eine Differenzierung nach Lernvermögen, Lernfähigkeit, Interesse und Rhythmus. In der jahrgangsgemischten Gruppe ergeben sich viele Unterschiede, die neue Lernanregungen bieten und die Kreativität und Lernmotivation der Kinder fördern. Insbesondere die personalen und sozialen Kompetenzen („soft skills“)  der Kinder werden gestärkt und so Schlüsselqualifikationen erlangt, die die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und ein lebensbegleitendes Lernen ermöglichen (vgl. auch Lehrplan NRW, Kapitel 4.5: Erziehender Unterricht). Diese sind: Verantwortungs- und Hilfsbereitschaft, Konfliktfähigkeit, Kooperationsfähigkeit sowie Achtung und Respekt vor unseren Mitmenschen.

 

Die Vorteile des Jahrgangsübergreifenden Lernens sind:

ð  Die Kinder wachsen in eine bestehende Klassengemeinschaft hinein und können sich an älteren Schülern orientieren.

     ð     Schüler übernehmen bestehende Rituale und vereinbarte Regeln.

ð  Die Kinder erleben in ihrer Schulzeit den Perspektivwechsel vom Hilfesuchenden zum Helfer

ð      Kinder erleben die Unterschiede in der persönlichen Entwicklung, im eigenen Lernstand und in der eigenen Interessenbildung als normal.

ð  Jahrgangsübergreifende Lerngruppen entsprechen der natürlichen sozialen Umgebung (z. B. in der Familie, im Kindergarten und allen anderen Bereichen des Lebens).

ð  Die Unterschiede werden zum Motor des Lernens und der Gruppe.

ð  Besonders begabte Kinder werden in ihrem Wissensdrang nicht gebremst.

ð  Lernverzögerte Kinder können entsprechend ihrem Lerntempo fortschreiten.

ð  Ein „Sitzenbleiben“ und der daraus resultierende Wechsel der Lerngruppe und vertrauten Lernumgebung sind nicht länger nötig.

 

Das jahrgangsübergreifende Lernen schließt dabei nicht aus, dass sich sowohl alters- als auch leistungshomogene Arbeitsgruppen bilden.

 

 

2. Wie kann ein guter Übergang für die Kinder gestaltet werden?

Um den Übergang zur Jahrgangsmischung von 1-4 so verträglich, wie möglich zu gestalten, arbeitet das Lehrerkollegium momentan an einer Vereinheitlichung von Regeln und Ritualen, die dann eine schnelle Eingewöhnung und Orientierung in der Klasse ermöglichen soll. Projekttage und Aktionen werden schon jetzt jahrgangsgemischt durchgeführt. Ab dem Schuljahr 2015/2016 soll eine Schulversammlung eingeführt werden. Diese bietet Gelegenheit, Gelerntes zu präsentieren, miteinander zu feiern und sich besser kennen zu lernen sowie ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl zu entwickeln.

Unser Ziel ist es, die Kinder zu gegebener Zeit in den Prozess der Jahrgangsmischung miteinzubeziehen. Ihnen soll Raum gegeben werden, ihre Ideen und Wünsche, aber auch Sorgen und Ängste zu äußern (Klassenrat/Kinderparlament). Auch bei der Einteilung der Klassen werden die Wünsche der Kinder berücksichtigt: Jedes Kind darf 3 Kinder nennen, mit denen es in einer Lerngruppe sein möchte. Mindestens ein Wunsch wird erfüllt.

Genauso wichtig ist uns der Übergang in die weiterführende Schule. Angestrebt ist ein Austausch mit den weiterführenden Schulen bezüglich des jahrgangsübergreifenden Lernens. So können die aufnehmenden Lehrpersonen die besonderen Ressourcen der Kinder, wie z.B. deren Selbstständigkeit und Kooperationsfähigkeit, besser einschätzen und nutzen. Die Erfahrungen von weiterführenden Schulen mit Kinder aus jahrgangsübergreifenden Lerngruppen sind positiv.


3. Wie wird gewährleistet, dass die Kinder die erforderlichen Kompetenzen der Klassenstufe erlangen und Lehrer und Eltern den Überblick über den Leistungsstand des Kindes haben?

Auf Grundlage der Richtlinien und Lehrpläne NRW entwickelt das Kollegium aktuell übersichtliche Jahresarbeitspläne für Deutsch, Mathematik und Sachunterricht, die alle Kompetenzen umfassen, welche die Kinder im jeweiligen Schuljahr erlangen sollen. Diese dienen zum einen den Kindern als Übersicht und Arbeitsplan, zum anderen verschaffen sie auch den Eltern einen Überblick über die zu erlangenden Kompetenzen und den aktuellen Leistungsstand. Selbstverständlich nutzen wir weiterhin Lernzielkontrollen und Beobachtungsbögen, um den individuellen Entwicklungsstand der Kinder festzustellen.  In Elterngesprächen werden Eltern dann – wie bisher auch - über den Lernstand Ihres Kindes informiert. Zudem ist geplant, Arbeitsergebnisse etc. zusätzlich in Form einer Lernstandsmappe / eines Portfolios zu dokumentieren. Eine Entscheidung hinsichtlich der Art der Dokumentation erfolgt noch im Kollegium.


4. Wie werden Leistungen festgestellt und dokumentiert?

Die Leistungsbewertung orientiert sich grundsätzlich an den Anforderungen der Richtlinien und Lehrpläne, NRW.

Die Leistungserfassung (Lernvoraussetzung erfassen, Lernfortschritte erkennen, neue Lernstände feststellen) basiert auf Beobachtungen, Lernstandskontrollen (standardisierte Tests) und Dokumentationen in Beobachtungsbögen, Lernstandsmappen oder Portfolios. Die Lernstandskontrollen können je nach Lernstand zu einem individuellen Zeitpunkt (beispielsweise in einem vereinbarten Zeitrahmen von 2-3 Wochen), oder auch, je nach Themengebiet (z.B. Sachunterricht), zu einem gemeinsamen Zeitpunkt geschrieben werden. Ab Klasse 3 können die Leistungsnachweise auch benotet werden.



5. Wann ist Zeit für die Einführung von neuen Themen?

Es wird weiterhin, wie schon jetzt in den jahrgangsgemischten Klassen 1/2, für alle Kinder Kursstunden (Teilerstunden)  in den Fächern Deutsch und Mathematik geben, in denen sie in einer jahrgangshomogenen (bzw. leistungshomogenen) Gruppe zusammen lernen. Dort bleibt genügend Zeit für Einführungen, Erklärungen und den Austausch über den gemeinsamen Unterrichtsstoff.

 

6. Mit welchen Unterrichtsmaterialien wird gearbeitet?

Wir werden weiterhin viele Materialien nutzen, mit denen die Kinder auch aktuell an unserer Schule lernen (z.B. Mathearbeitsbuch, Wortschatzarbeit  und Abschreibtexte nach Sommer-Stumpenhorst, Arbeitshefte aus dem Jandorfverlag für den Bereich Rechtschreiben, Blitzrechen- und Lesekarteien, goldenes Perlenmaterial und Dienes-Material für Mathematik). Darüber hinaus bemühen wir uns verstärkt um die Einbindung handlungsorientierter Freiarbeitsmaterialien (z.B. nach Montessori).



7. Gibt es Erfahrungen, wie die Kinder von Schulen mit Jahrgangsübergreifendem Lernen an weiterführenden Schulen klarkommen?

Die Grundschulen, die jahrgangsübergreifend arbeiten, haben uns während unserer dortigen Hospitationen berichtet, dass die Kinder in den weiterführenden Schulen fachlich gut vorbereitet, sehr selbständig und sozial kompetent auftreten. Sie übernehmen Verantwortung für ihr Lernen und können vor der Klasse frei sprechen und präsentieren.