Gemeinschafts-Grundschule Am Reichenberg

Nur gemeinsam kann Inklusion gelingen

Gemeinsames Lernen an der GGS Am Reichenberg

Mit „Inklusion“ ist in der öffentlichen Diskussion vor allem der Prozess gemeint, die „UN-Behindertenrechtskonvention“, die von der Bundesrepublik Deutschland unterzeichnet wurde, auch umzusetzen. „Inklusion“ bedeutet die gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen in einem umfassenden Sinn und betrifft alle gesellschaftlichen Bereiche. Dazu gehört, dass alle Kinder, auch die mit Sinnesschädigungen, körperlichen oder geistigen Behinderungen oder mit Lern- und Entwicklungsstörungen, das Recht haben, gemeinsam in einer allgemeinen Schule zu lernen. Insofern sind grundsätzlich auch alle Schulen aufgefordert, sich mit „Inklusion“ zu befassen.

 

Im Gegensatz zu so genannten „integrativen Modelle“, in denen Kinder mit besonderem Förderbedarf für eine allgemeine Schule „fit gemacht“ werden sollen, zielt „Inklusion“ darauf, die Schule „fit zu machen“, damit sie alle Kinder entsprechend ihrer unterschiedlichen Lernvoraussetzungen individuell fördern kann.


Die wichtigste Bedingung dafür ist eine Werthaltung der Schulgemeinschaft, in der Gleichbehandlung, Gleichberechtigung, Teilhabe, Nachhaltigkeit, Gemeinschaft, Anerkennung von Vielfalt und Mitgefühl selbstverständlich gelebte Praxis sind.


Im Herbst 2013 hat die GGS Am Reichenberg eine Kooperationsvereinbarung mit der Montag-Stiftung abgeschlossen: Die Stiftung unterstützt Schulen auf dem Weg zur Inklusion durch Moderatoren, die die Schule professionell bei diesem Vorhaben begleiten. Dazu gehört beispielsweise die Entwicklung eines „inklusiven Leitbildes“ ebenso, wie die Erarbeitung von Möglichkeiten, die Schulöffentlichkeit über Entwicklungsvorhaben nicht nur zu informieren, sondern zum Gespräch und zur Diskussion einzuladen.

 

Für unsere Schule bedeutet „Inklusion“ konkret, dass wir auch in den kommenden Jahren Kinder mit Behinderungen und/oder Lern- und Entwicklungsstörungen aufnehmen werden.

Bereits jetzt werden an unserer Schule Kinder unterrichtet, die einen Bedarf an zusätzlicher sonderpädagogischer Unterstützung in den Bereichen Lernen, Sprache, körperlich-motorischer und emotional-sozialer Entwicklung haben. Frau Kiwitt und Frau Paas als sonderpädagogische Fachkräfte unterstützen die Kinder im Unterricht und entwickeln mit den Kolleginnen individuelle Förderpläne, damit die Kinder im Klassenunterricht gezielt gefördert werden können. Dass für diese Kinder „Inklusion“ im Wesentlichen gut gelingt, zeigt allein die Tatsache, dass die Kinder „ganz normal“ in der Klasse leben, lernen und arbeiten, ohne dass sie wegen eines zusätzlichen Förderbedarfs Ausgrenzung erfahren. Hinzukommen werden in den nächsten Jahren auch Kinder mit „offensichtlichen“, z.B. körperlichen Einschränkungen und Behinderungen. Auch für diese Kinder gilt: sie sollen Teil der Gemeinschaft sein und wir möchten die Gemeinschaft so gestalten, dass das auch gelingt. Vor der Aufnahme eines Kindes mit zusätzlichem Förderbedarf wird also auch geprüft, ob die Voraussetzungen gegeben sind oder geschaffen werden können, damit das Kind an unserer Schule lernen kann. Das betrifft z.B. die Frage, ob die Ausstattung der Schule für Rollstuhlfahrer geeignet ist und ob eine ausreichende Zahl an Stunden der sonderpädagogischen Fachkräfte zur Verfügung steht. Diese Fragen werden mit dem Schulträger, der für die sächliche Ausstattung zuständig ist, und dem Schulamt in Siegburg, das für die Zuteilung der Lehrkräfte verantwortlich ist, geklärt.

 

Wir bemühen uns darum, dass eine Aufnahme behinderter Kinder nicht an solchen „äußeren Faktoren“ scheitert. Und zwar nicht, weil „Inklusion“ zu den Pflichtaufgaben von öffentlichen Bildungseinrichtungen gehört, sondern weil es uns ein Anliegen ist, wirklich eine Schule für alle Kinder zu sein, damit jedes Kind in seinem gewohnten Umfeld zur Schule gehen kann. Die Vielfalt der Schülerschaft möchten wir als Lernchance für alle Kinder nutzen. Die vielen gelingenden Beispiele dafür zeigen, dass wirklich alle Kinder, behinderte wie nicht-behinderte, vom gemeinsamen Lernen profitieren, wenn der „Umgang mit (der übrigens schon jetzt bestehenden) Heterogenität“ Thema der Schulentwicklung ist.

 

Die Fortbildungsveranstaltung „Nur gemeinsam kann Inklusion gelingen“ am 17.1.2014 für Eltern, Erzieherinnen und Lehrerinnen  war ein deutliches Signal, dass schon jetzt die Gelingensbedingungen für Inklusion an unserer Schule gut sind und weiter entwickelt werden, um durch Informationen und Gespräche auch möglicherweise vorhandene Sorgen ernst zu nehmen.

 

weiterführende links

"Inklusion"

 

"Gemeinsamer Unterricht"

 

"Max lernt anders" - Praxisbeispiel Grundschule Berg Fidel, Münster