Die Arbeit in der FLEX
Die Arbeit mit jahrgangsgemischten Gruppen geht auf die Zeit der Reformpädagogik (z. B. Celestin Freinet, Berthold Otto, Peter Petersen und natürlich Maria Montessori) zurück. An unserer Grundschule haben die Lehrerinnen der Klassen 1/2 geeignete Formen der Lehr- und Lernorganisation gefunden, um die Altersmischung der Kinder nutzbar zu machen.
Zentrales Element dabei ist die Wochenplanarbeit. Bei der Arbeit mit dem Wochenplan können die Kinder ihren Lernprozess weitgehend selbstständig planen und gestalten. Dabei lernen sie je nach Eignung der Materialien allein, mit Partner oder in kleinen Gruppen. Es gibt verschiedene Ecken in den Klassen für besondere Tätigkeiten, z. B. eine Leseecke, einen Maltisch, einen Tisch für aktuelle Materialien oder Werkarbeiten. Jedem Kind steht ein Angebot an Lernmaterialien zur Verfügung, das seinen individuellen Bedürfnissen entspricht. Besonderer Wert wird auch auf die Möglichkeit zur Selbstkontrolle gelegt.
Im Wochenplan werden bestimmte Themen, z. B. aus dem Sachunterrichts- oder Sprachbereich, in fächerübergreifenden Arbeitsangeboten dargeboten, darüberhinaus werden auch Aufgaben aus anderen Fächern und Fachbereichen bearbeitet. Diese können - manchmal nach einer kurzen gemeinsamen Einführung - von verschiedenen Arbeitsgruppen, in Einzel- oder Partnerarbeit gemeinsam bearbeitet werden. Dabei gibt es eine innere Differenzierung nach Schwierigkeitsgrad. D. h., dass nicht jedes Kind den gleichen Wochenplan erhält, sondern dass die Lehrerin für jedes Kind einzeln kennzeichnet, welche Aufgaben es bearbeiten soll. Jedes Kind trägt auf dem Wochenplan selbst ein, welche Aufgabe es bereits erledigt hat. Regelmäßig finden Plenumssitzungen statt, in denen die Kinder ihre Arbeiten vorstellen, einzelne Themen vertieft oder Aufgaben korrigiert werden können.
Die Kinder des ersten Jahrgans werden durch den Tagesplan an die Wochenplanarbeit herangeführt, indem sie sich die Reihenfolge eines bestimmten Arbeitspensums, das am Vormittag erledigt werden muss, selbst bestimmen.
Das Patenmodell innerhalb des Klassenverbandes hat zur Einschulung 2006/07 erstmalig die Einschulung der Schulanfänger erleichtert. Hier wurden die einzelnen Schulneulinge einem festen Lern- und Sitzpartner aus dem zweiten Schuljahr zugeordnet, der u.a. dabei geholfen hat, sich im Schulgebäude und im Klassenraum zu orientieren. So wurden die Erstklässler schnell mit Ritualen und Ordnungsgewohnheiten, Arbeitsmaterialien und Rhythmisierungen eines Schultages vertraut.
Die soziale Lernsituation in altersgemischten Gruppen erinnert an die natürlichen Alltagserfahrungen der Kinder in Familien mit Geschwisterkindern. Kinder lernen leicht voneinander, denn sie liegen in ihrem Denken und ihrer Entwicklung nah beieinander.
Zusätzlich sollen in altersgemischten Gruppen die Kooperations- und Teamfähigkeit, das Verantwortungsbewusstsein, sowie die Toleranzfähigkeit und Lernmotivation unter den Lernenden wachsen.
Die an unserer Schule in den Stufen 1 und 2 eingesetzten Lehrwerke Papiertiger und Zahlenbuch eignen sich zum jahrgangsübergreifenden Unterrichten, da jeweils nach der Einführung eines Grundthemenbereichs (Sachgrößen, Geld, Bündelung, Thema Igel, Thema Frühling, Thema Wasser, Thema Tiere usw.) im Schwierigkeitsgrad der Bearbeitung oder der Anforderung differenziert werden kann.